{"id":876,"date":"2023-09-20T17:50:23","date_gmt":"2023-09-20T16:50:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.akm-koblenz.de\/?p=876"},"modified":"2023-12-24T12:35:56","modified_gmt":"2023-12-24T11:35:56","slug":"876","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.akm-koblenz.de\/index.php\/2023\/09\/20\/876\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"780\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/www.akm-koblenz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Mailing-formfarbe-2309122412-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-890\" srcset=\"https:\/\/www.akm-koblenz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Mailing-formfarbe-2309122412-scaled.jpg 780w, https:\/\/www.akm-koblenz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Mailing-formfarbe-2309122412-91x300.jpg 91w, https:\/\/www.akm-koblenz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Mailing-formfarbe-2309122412-312x1024.jpg 312w, https:\/\/www.akm-koblenz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Mailing-formfarbe-2309122412-768x2520.jpg 768w, https:\/\/www.akm-koblenz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Mailing-formfarbe-2309122412-468x1536.jpg 468w, https:\/\/www.akm-koblenz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Mailing-formfarbe-2309122412-624x2048.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"75 Jahre AKM\" width=\"525\" height=\"295\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/KI4VuBw8CGY?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"> Gedanken zum Jubil\u00e4um, \u00fcber Kunst-machen und \u00fcber die Situation der K\u00fcnstler\/K\u00fcnstlerinnen heute <\/h1>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Er\u00f6ffnung Jubil\u00e4umsausstellung 75 Jahre AKM Koblenz am 7.10.2023, Matthias Strugalla<\/h5>\n\n\n\n<p>Sie kennen \/ Ihr kennt alle die legend\u00e4re Fernsehsendung \u201eVerstehen Sie Spa\u00df?\u201c Analog k\u00f6nnte man fragen: Verstehen Sie Kunst? Verstehen Sie etwas von Kunst? Oder auch: von den psychischen oder philosophischen Aspekten von Kunst?<\/p>\n\n\n\n<p>Der Blick in die Ausgaben einschl\u00e4giger Kunstzeitschriften und -Magazinen l\u00e4\u00dft mich da eher verst\u00f6rt und mit gemischten Gef\u00fchlen zur\u00fcck. Da wiederholen sich Schlagworte und Statements, viele schlaue und manche hohle Worte oder um das, was Schreibt, Kuratoren und nat\u00fcrlich auch K\u00fcnstler unter Kunst verstehen wollen. Wie existenziell die Kunst f\u00fcr die Kunstschaffenden wirklich ist, das Suchen, das Machen, das Ringen, kommt da wenig zur Sprache.<\/p>\n\n\n\n<p>Und: wie kriegt man all die diversen Kunst\u00e4u\u00dferungen, Ideen, Konzepte, Stile, Handschriften, Verfahren unter ein Dach? Unter den einen umfassenden und g\u00fcltigen Begriff KUNST? Ich selber war lange, u.a. gepr\u00e4gt durch das Studium der Kunstgeschichte, der Meinung zu wissen, was Kunst sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der totalen \u00d6ffnung der Kunststr\u00f6mungen nach dem 2. Weltkrieg und den Entwicklungen in den folgenden Jahrzehnten konnte ich das Wort KUNST nur noch als Arbeitsbegriff verwenden. Alles und jedes schien m\u00f6glich, alle Wahrheiten die Kunst betreffend wurden \u00fcber den Haufen geworfen, nat\u00fcrlich auch um sich von den unheilvollen ideologischen Vereinnahmungen durch den Nationalsozialismus zu emanzipieren. Und neue geistige, mediale und auch materielle Dimensionen wurden erschlossen &#8211; das alles verbunden mit Verunsicherungen, Provokationen, Konflikten, Eitelkeiten. Und da mittendrin die Gr\u00fcndung der AKM als K\u00fcnstlergemeinschaft vor 75 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Offenheit gegen\u00fcber den unterschiedlichen Kunst\u00e4u\u00dferungen, der Respekt und die herzliche Verbundenheit untereinander gelten bis heute. Die Personen und Gesichter, darunter viele herausragende K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeiten, haben sich im Laufe der Jahrzehnte ge\u00e4ndert, Ideen und Konzepte f\u00fcr professionelle Qualit\u00e4t in der Kunst sind geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerungen wird immer noch um handwerkliche Perfektion (die kann man lernen), um die spannendsten Kompositionen (das kann man auch lernen), um die richtigen Inhalte (die sind notgedrungen individuell verschieden) und um die schl\u00fcssige und \u00fcberzeugende Verbindung von Form und Inhalt, dem k\u00fcnstlerischen Streben nach ad\u00e4quatem Einsatz zur Verf\u00fcgung stehender Mittel.<\/p>\n\n\n\n<p>Gelungene Ergebnisse\/Werke schaffen beim Erzeuger Zufriedenheit und Genugtuung. Aber: professionelles Kunstschaffen bedeutet auch, von der eigenen Kunst leben zu k\u00f6nnen. 75 Jahre AKM sind 75 Jahre Bem\u00fchen um Sichtbarkeit, um R\u00e4ume, Galerien, Museen, Medien zu finden f\u00fcr das Zeigen der Werke und f\u00fcr den Austausch mit dem interessierten Publikum &#8211; das ist existenziell!. Kunst als Medium der Kommunikation.<\/p>\n\n\n\n<p>Da jedoch zeigt sich immer wieder eine deutliche Diskrepanz zwischen den W\u00fcnschen und Erwartungen der K\u00fcnstler und K\u00fcnstlerinnen und der tats\u00e4chlichen Resonanz. Mit viel Herzblut konzipierte und realisierte Ausstellungen werden nur wenig oder ungen\u00fcgend wahrgenommen, und nur wenige K\u00fcnstler und K\u00fcnstlerinnen k\u00f6nnen von ihren Verk\u00e4ufen leben. Allen institutionalisierten Bem\u00fchungen und F\u00f6rderungen zum Trotz, den K\u00fcnstlern und K\u00fcnstlerinnen hier im Lande geht es heute nicht besser als In den vergangenen Jahrzehnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Folgenden sollen ein paar Aspekte zur Situation der professionell Kunstschaffenden heute genannt werden (\u201ekleine Bestandsaufnahme\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p>Da ist die digitale Bilderflut, und da sind die sogenannten sozialen Medien, die originale Kunstwerke an den Rand dr\u00e4ngen oder komplett \u00fcberfl\u00fcssig machen. Die Bereitschaft, sich l\u00e4nger und intensiver auf ein Werk einzulassen &#8211; wie lange arbeiten die K\u00fcnstler und K\u00fcnstlerinnen eigentlich daran? &#8211; schwindet bekanntlich immer mehr. Wie es mit der KI weitergehen wird, ist noch nicht auszumachen, sie ist in jedem Fall, wenn nicht eine Bedrohung, eine neue und massive Herausforderung, die diskutiert werden mu\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfe Blockbuster-Ausstellungen, der Garant f\u00fcr hohe Besucherzahlen, vereinnahmt die Aufmerksamkeit der Medien. Innovation und Zeitgenossenschaft sieht anders aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Und der Kunstmarkt, d.h. die Galerien und Museen, interessieren sich \u00fcberwiegend f\u00fcr die \u201egro\u00dfen\u201c, eingef\u00fchrten Namen der Gegenwart. Es gibt immer weniger Galerien, die dem \u00f6konomischen Druck standhalten. Ihnen stehen jedoch immer mehr Absolventen der Kunsthochschulen gegen\u00fcber, also immer mehr k\u00fcnftig professionelle Kunstschaffende.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommunale Tr\u00e4ger \u00f6ffnen zunehmend den Amateurk\u00fcnstlern ihre Pforten in der Hoffnung auf h\u00f6here Besucherzahlen. Selbst f\u00fcr viele Verantwortliche in den Kultur\u00e4mtern ist es schwer, Originales von Nachahmung, Qualit\u00e4t von Nichtqualit\u00e4t zu unterscheiden. Obendrein locken bekannte Gesichter aus der Film- und Musikbranche als Konterfei in \u00d6l oder gar als Protagonisten ihrer neuen Hobbys. Hat da der Kunstunterricht in den Schulen versagt, wenn es den \u00fcberhaupt hinreichend gibt? Kulturpolitik als Eventmaschine, als Flucht ins Popul\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Kunst auf der Sinnsuche, die sich den Problemstellungen unserer Gegenwart widmet, die Kunst mit geringerem Deko- oder Anlagewert tut sich erst recht schwer mit der Erreichbarkeit von Publikum. Zitat: \u201eKunst ist f\u00fcr mich vor allem eins: Spa\u00df. Ich surfe auf einer gro\u00dfen Spa\u00dfwelle.\u201c Oder: \u201eEin paar Jahre ungebunden zu sein und durch die Kunstwelt zu tingeln, das w\u00e4re schon was.\u201c Das sind Zitate aus einer gro\u00dfen Amateurkunstausstellungsbesprechung einer deutschen Tageszeitung. Welche Anma\u00dfung und welche Verkennung geistiger und oft k\u00f6rperlicher Schwerstarbeit k\u00fcnstlerischen Schaffens hier auch durch das Medium Zeitung.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich gibt es noch die aktuellen Herausforderungen um unsere offene, demokratische Kultur im Lande, um die Themen Nachhaltigkeit, Diversit\u00e4t, Klima usw.. Wie umgehen mit der Bedrohung liberaler und engagierter Positionen durch nationalistische und reaktion\u00e4r r\u00fcckw\u00e4rts gewandte Denke?<\/p>\n\n\n\n<p>Kunst als streitbares, empathisches, wirklich soziales Medium ist gefragt, Kunst die Hoffnung macht, die immer noch an die Zukunft glaubt in einer Gesellschaft, die als gespalten bezeichnet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Kunstproduktion heute, realistisch betrachtet, findet statt zwischen Selbstausbeutung und Selbsterm\u00e4chtigung, zwischen Sinnsuche und Selbsttherapie und \u00f6konomischer \u00dcberlebensstrategie.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt viele \u00dcberlegungen zur \u00dcberwindung des isolationistischen Modells des\/der einsamen Kreativschaffenden, die sich obendrein im Ehrenamt verbrennen: eine Neuauflage des Modells K\u00fcnstlerkollektiv, die Bildung von Ateliergemeinschaften, Projekt- und Prozessorientierte Zusammenarbeit, und manch andere Versuche die traditionellen Vereinsstrukturen hinter sich zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie kann das also gehen? Um der \u201ePolykrise\u201c der Kunst, der Gesellschaft, in der wir Kunst zu machen versuchen, zu begegnen? Jedenfalls nicht, ohne da\u00df die Alten und die Jungen, also generations\u00fcbergreifend, sich gegenseitig wahrnehmen, noch enger zusammenarbeiten und neue Wege und ambitionierte Modelle ausprobieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorstand der AKM hat aus Anlass des Jubil\u00e4ums (\u201e75 Jahre\u201c) eine gro\u00dfe Zahl von Studierenden aus verschiedenen Hochschulen von Mainz bis D\u00fcsseldorf mit zur Ausstellung eingeladen, so da\u00df insgesamt 56 k\u00fcnstlerische Positionen der Gegenwart von ganz jungen und eben auch \u00e4lteren K\u00fcnstlerkolleginnen und -Kollegen gezeigt werden k\u00f6nnen. Ein bescheidener aber zukunftsweisender Schritt &#8211; die n\u00e4chsten Jahrzehnte AKM k\u00f6nnen also angegangen werden\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedanken zum Jubil\u00e4um, \u00fcber Kunst-machen und \u00fcber die Situation der K\u00fcnstler\/K\u00fcnstlerinnen heute Er\u00f6ffnung Jubil\u00e4umsausstellung 75 Jahre AKM Koblenz am 7.10.2023, Matthias Strugalla Sie kennen \/ Ihr kennt alle die legend\u00e4re Fernsehsendung \u201eVerstehen Sie Spa\u00df?\u201c Analog k\u00f6nnte man fragen: Verstehen Sie Kunst? Verstehen Sie etwas von Kunst? 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